Mein Bild. Mein Recht. Am 23. April ist jedes Jahr Welttag des Buches und des Urheberrechts. Ein Grund, sich das Thema Urheberrecht aus Perspektive eines Graphic Recorders anzuschauen.
Hiermit möchte ich mich der Aktion der Illustratoren Organisation e.V. anschließen und gemeinsam mit vielen anderen Kreativen auf das Thema Urheberrecht aufmerksam machen.
Was bedeutet Urheber im Sinne des Urheberrechts eigentlich?
Urheber und Urheberinnen erschaffen Texte, Fotografien, Grafiken, Zeichnungen, Musik, Filme, Spiele und (wie in meinem Fall) Illustrationen. Dabei muss das Werk eine gewisse Gestaltungshöhe und Individualität aufweisen. Unternehmen können keine Urheber sein. Aber: Arbeiten mehrere Personen zusammen an einem Werk (wie wir es bei Designdoppel oft tun), besteht eine Miturheberschaft. Auch Künstliche Intelligenz kann niemals Urheber sein, d.h. auf KI-generierte Werke besteht auch kein Urheberrecht.
Was hat es mit dem Urheberrecht auf sich?
Erschafft jemand (ein oder mehrere Menschen) ein Werk, gilt das Urheberrecht ab dem Moment der Schöpfung. In Deutschland ist es unübertragbar (anders als Nutzungsrechte )!
Das Urheberrecht schützt Werke, ohne dass man etwas beantragen muss – für Deutschland ungewöhnlich, oder? Es schützt aber nicht nur die Werke, es schützt die Menschen dahinter. Es erkennt an, dass die individuelle Handschrift eines Menschen ein Wert ist – ein Wert, der nicht kopiert, verkauft oder „besessen“ werden kann.
Als Illustratorin und Graphic Recorderin bedeutet das:
Ich kann die Nutzungsrechte für meine Werke gestalten, verhandeln und fair lizenzieren, ich behalte jedoch die Kontrolle über meine Werke, denn: Ich bleibe Urheberin – immer.
Also lasst euch nicht irritieren, wenn ein Kunde euch das Urheberrecht abkaufen möchte, er oder sie weiß es einfach nicht besser. Verweist darauf, dass dies in Deutschland gar nicht möglich ist, aber dass ihr natürlich gerne die Nutzung des Werkes anbietet. Besprecht wofür genau es verwendet werden soll. Dass auch Nutzungsrechte oft nicht intuitiv verstanden werden und manchmal ausgiebig erklärt werden müssen, ist Inhalt für einen anderen Beitrag und würde hier zu weit führen.
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Das abgebildete Werk ist Teil eines digitalen Graphic Recordings, welches ich zusammen mit Anna Penkner für das Deutsche Rote Kreuz vor einiger Zeit gestaltet habe.