Zeitgeschehen

Weekly Graphic Recording #41: Hamburg ist die lebenswerteste Stadt Deutschlands

Hamburg Illustration Designdoppel Visualisierung lebenswerteste

Meine Graphic Recording Illustration dieser Woche bezieht sich wieder auf ein aktuelles Thema. Gestern habe ich als Hamburgerin mich nämlich über diese Nachricht besonders gefreut: Hamburg wurde zum zweiten Jahr in Folge unter die Top Ten der lebenswertesten Metropolen der Welt gewählt! Zwar „nur“ auf dem zehnten Platz, dennoch ist es damit als einzige deutsche Stadt in der obersten Riege des „Global Liveability Reports 2017“ im britischen Magazin „The Economist“ aufgezählt. Die Studie prüft jedes Jahr 140 Weltstädte und gibt in verschiedenen Kategorien Punkte. Besonders wichtig für den Lebenswert in einer Stadt sind Merkmale wie das Gesundsheitswesen, die gesellschaftliche Stabilität, Kultur und kulturelle Vilefalt, Umwelt und Naturschutz, Bildung und die lokale Infrastruktur. Auch Kriminalitätsraten und Korruption werden bewertet. Zudem die Gefahr von Terroranschlägen – dieser Wert ist leider in allen europäischen Städten gestiegen. Und überhaupt fällt auf, dass unter den Top Ten der lebenswertesten Städte der Welt nur sehr wenige europäische Städte auftauchen. Neben Hamburg haben es nur Wien (Platz 2) und Helsinki (Platz 9) in die Liste geschafft. Die restlichen Plätze belegen 3 Städte in Kanada (Vancouver, Toronto und Calgary), Melbourne (Platz 1), Adelaide und Perth in Australien sowie Auckland (8) in Neuseeland.

Wie dem aber auch sei, ich freue mich über dieses positive Bild, das mit meiner Heimatstadt assoziiert wird und habe die einzelnen Faktoren mit großer Freude in dieser Graphic Recording Illustration zusammengetragen. Ja, hier in Hamburg lässt es sich tatsächlich wunderbar leben.

– von Renate –

Weekly Graphic Recording #38: Digitalisierung und Grundeinkommen

Graphic Recording Digital Precht Digitalisierung und Grundeinkom

Heute habe ich mir für das wöchentliche Graphic Recording ein Gespräch aus der Reihe „Im Dialog“ auf dem Sender phoenix ausgesucht, bei dem prominente Gäste den Moderatoren zu aktuellen Fragen Rede und Antwort stehen. Moderator Michael Hirz spricht in dieser Folge vom 18.05.2017 mit dem Bestseller-Autoren und Philosophen Richard David Precht über die Digitalisierung, wie sie die Gesellschaft drastisch verändert und wie die Politik damit umgeht und umgehen sollte. Für meine Graphic Recording Illustration auf dem iPad Pro habe ich bewusst die parteipolitischen Aussagen, die mit dem aktuellen Wahlkampf zusammenhängen, ausgeklammert und mich auf die grundgesellschaftlichen Fragen fokussiert. Dabei beschreibt Richard David Precht die Digitalisierung als vierte industrielle Revolution, welche die Gesellschaft komplett auf den Kopf stellt. Es wird zukünftig nicht mehr genug Arbeit für alle Menschen geben, da Maschinen immer mehr Aufgaben übernehmen können. Statt wie bei den vorherigen industriellen Revolutionen, bei denen mehr Arbeitsplätze durch Markterweiterung und Ressorcenerschließung geschaffen wurden, macht die Digitalisierung die Märkte effizienter und verringert die Arbeitsplatzzahl. Statt dies aber als Angstszenario zu begreifen, sollten wir laut Precht ein neues Verhältnis zur Arbeit entwickeln. Wenn die Gesellschaft es schafft, sich dem veränderten Markt richtig anzupassen, hat sie die Chance auf eine bessere Zukunft, in der Menschen für mehr Geld weniger arbeiten und damit genug Zeit für ihre eigenen Ziele bekommen. Das Thema Grundeinkommen spielt hier natürlich mit hinein. Und wer weiß, vielleicht messen wir dann die Menschen nicht mehr nur noch nach ihrer Arbeitsleistung, sondern finden neue Maßstäbe, die zudem weniger Menschen als abgehängt zurücklässt. Mein Graphic Recording ist während des Hörens des Gesprächs simultan entstanden und bildet wie gesagt nur Teile ab. Ich empfehle für jeden Interessierten, das 28-minütige Video anzuschauen, es lohnt sich!

Hier geht’s zum Dialog mit Richard David Precht

– von Renate –

Weekly Graphic Recording #33: Ja zur Ehe für Alle

Ja zur Ehe für alle 2017 Graphic Recording Infografik Illustrat

Heute gibt es ein Graphic Recording Illustration zu einem brandaktuellen Thema: der heutigen historischen Bundestagsabstimmung über die Ehe für alle. 2001 erst wurde in der Bundesrepublik Deutschland homosexuellen Paaren das Recht gegeben, eine Lebenspartnerschaft einzutragen. Damit waren sie zwar der Ehe in Punkten wie Testament, Unterhaltspflicht und Ehegattensplitting gleichgestellt, dennoch blieben einige Punkte wie zum Beispiel das Adoptionsrecht verwehrt. Nun endlich wurde mit überzeugender Mehrheit beschlossen, dass in Zukunft kein Unterschied mehr zwischen hetero- und homosexuellen Paaren gemacht wird.

Unsere Infografik zeigt, wie viele Abgeordnete im Bundestag mit Ja zur Ehe für alle stimmten, wie viele gleichgeschlechtliche Paare es in Deutschland eigentlich gibt und visualisiert zudem, wie es um Gleichstellung und Ehe im europäischen Vergleich bestellt ist. Mehr Infos zum weltweiten Vergleich gibt es übrigens auch hier: http://ilga.org/what-we-do/maps-sexual-orientation-laws/

– von Renate

 

Weekly Graphic Recording #28: Der deutsche Wohlstandsindex

NAWI-D Nationaler Wohlstandsindex Deutschland Graphic Recording

Heute habe ich mich für das wöchentliche Graphic Recording mit einer aktuellen Studie auseinandergesetzt:  NAWI-D, der vom Markt- und Sozialforschungsinstitut Ipsos in Zusammenarbeit mit dem Zukunftsforscher Horst W. Opaschowski seit fünf Jahren regelmäßig erhobenen Studie zum Nationalen Wohlstandsindex für Deutschland. Dabei wurden seit Juni 2012 insgesamt etwa 40.000 Menschen repräsentativ befragt, was jeder von ihnen persönlich mit Wohlstand verbindet und wie sie derzeit ihre eigene Wohlstandssituation einschätzen. In meiner Illustration (die auf dem iPad Pro entstand) stelle ich die Top 10 der im Fragebogen am häufigsten mit Zustimmung belegten Aussagen vor. Die Prozentzahlen geben an, wie groß der Anteil der Zustimmung heute sowie vor fünf Jahren war. So ist beispielsweise die Erfüllung von Reisewünschen mit 17 Prozentpunkten enorm in der Beurteilung des Wohlstandsverständnisses gestiegen.

Der beteiligte Zukunftsforscher Opaschowski sagt in seiner Analyse, dass der Wohlstand steige, das Gefühl der Bevölkerung, weiterhin gut leben zu können aber nicht im gleichen Maße. Und auch wenn sich fast die Hälfte aller in Deutschland lebenden als „besonders wohlhabend“ einschätzen, machen es Flüchtlingsströme, Europakrisen, Terroranschläge und rechte Strömungen doch vielen Menschen zunehmend schwer, ohne Zweifel an eine sichere und wohlhabende Zukunft zu glauben. Im Link unten findet ihr weitere interessante Informationen und Analysen zum nationalen Wohlstandsindex für Deutschland.

 

-von Renate-

 

Zur Wohlstandsindex Studie

Weekly Graphic Recording #16: Deutschland – ein digitales Entwicklungsland?

Graphic Recording digital Deutschland digitales Entwicklungsland

Diese Woche dreht sich das Weekly Graphic Recording um die Frage, wie es in Deutschland in Punkto Digitalisierung aussieht. Welche Potentiale liegen in der Digitalisierung verborgen, aber auch welche Risiken? Wie gehen wir beispielsweise mit dem Thema Datenschutz, wie mit Hate Speech und Radikalisierung um? Wie können wir zukünftige Generationen auf die vielen Veränderungen vorbereiten? Digitalisierung ist ein Thema, das immer noch brandaktuell ist, gerade auch in Deutschland, denn wir haben zweifelsfrei noch sehr viel Nachholbedarf!

Bei dem Graphic Recording handelt es sich um ein Gespräch zwischen der Professorin und „Digitalbotschaftlerin“ Gesche Joost und Christoph Kucklick von der GEO. Veranstaltet wurde es von der Körber Stiftung. Hier findet ihr ein Video zum Vortrag:

Deutschland-Ein digitales Entwicklungsland

Weekly Graphic Recording #10: Komplexe Welt – Ratlose Menschen

Graphic Recording Precht Kluge

Dieses Weekly Graphic Recording entstand zu einer ZDF-Sendung „Komplexe Welt – Überforderte Menschen“. Der durch den Bestseller „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“ bekannt gewordene Philosoph Richard David Precht leitet das Gespräch mit dem Schriftsteller Alexander Kluge. Im Zeitalter der Globalisierung stehen wir einer Welt gegenüber, die sich immer schneller dreht. Klar, dass da viele neue Fragen und Probleme entstehen und diskutiert werden müssen. Vertraute Werte scheinen überholt. Das Neue, Fremde macht Angst. Das Internet schafft eine immer größer werdende Öffentlichkeit und Transparenz, verbindet Menschen über große Distanzen hinweg – und  gleichzeitig wird es zur Abschottung, zum Schüren von Hass, Angst und Feindseligkeit, zur Verbreitung von „Fake News“ gebraucht, die die Gesellschaft unterwandert und Öffentlichkeit zerstört. Ein spannendes Thema, das durch die Backgrounds Prechts und Kluges auf interessante Weise mit Rückgriffen auf Geschichte, Philosophie und Erzählung aufgearbeitet wird.

Und hier geht’s zum ZDF-Vortrag

Illustrierter Jahresrückblick 2016 als digitales Graphic Recording

Illustrierter Jahresrückblick 2016 Roadtrip Illustration

Jahresrückblick 2016 – Das bewegte die Welt

Schon wieder geht ein Jahr zu Ende. Und auch wenn wir nun alle bereits an guten Vorsätze fürs neue Jahr 2017 sowie unsere Silvestervorbereitungen denken, möchten wir vom Designdoppel die Zeit nutzen, um mit einem illustrierten Jahresrückblick zurückzuschauen. Leider prägten das Jahr 2016 vor allem traurige, dramatische und politisch heikle Ereignisse. Natürlich geschahen auch schöne Dinge auf dieser Welt, doch da diese den internationalen Medien oft weniger wichtig erscheinen und zumeist im anderen, kleineren oder persönlicheren Rahmen wahrgenommen werden, kommen die schlimmen Ereignisse in jedem Jahresrückblick dementsprechend mehr zum Tragen. Wir beginnen das Jahr direkt mit der Nacht zum 1. Januar in Köln, wo sexuelle Übergriffe in nie dagewesener Form die Menschen erschreckten und leider mitunter auch dafür sorgten, dass rechtspopulistische Parteien an Auftrieb gewannen. Zudem mussten wir uns im Laufe des Jahres 2016 von vielen prominenten Persönlichkeiten wie David Bowie, Guido Westerwelle, Prince und George Michael verabschieden, von denen viele zu jung und unerwartet starben. „Das Jahr, in dem die Musik starb“, titelt die Süddeutsche Zeitung.

Der Jahresrückblick listet leider auch einige Terrorangriffe und Attentate, die vor allem die europäische Landschaft veränderten. Brüssel, Nizza und Berlin, aber auch Bagdad, Istanbul und Orlando wurden erschüttert. Und auch politisch gibt es drastische Entwicklungen – der Rechtspopulismus wird gesellschaftsfähig, Großbritannien entscheidet mit knapper Mehrheit, sich von der EU zu trennen und zu aller Überraschung gewinnt Donald Trump die US-Wahl gegen Hillary Clinton und spaltet die amerikanische Gesellschaft.

Desweiteren erinnern wir uns im Jahresrückblick an Jan Böhmermanns Schmähgedicht gegen Präsident Erdogan, an sportliche Ereignisse wie die Europameisterschaft und die olympischen Sommerspiele, an die Fertigstellung der Elbphilharmonie in Hamburg, den sogenannten Supermoon im November und einen Nobelpreis für Bob Dylan.

 

Digitales Graphic Recording als Stilmittel für Übersicht und Verständnis

Es gibt viele Jahresrückblicke, fast jede Zeitung und jeder Fernsehsender bietet diese Form der Rückbesinnung und ZUsammenfassung an. Wir haben mit unserer Illustration versucht, das Jahr visuell begreifbar zu machen, eine chronische, illustrierte Übersicht zu schaffen, für die man sich nicht durch lange Artikel oder Videos arbeiten muss, um das Jahr 2016 zu erfassen. Natürlich ist diese Illustration nicht live entstanden wie klassische Graphic Recordings, sondern in längerer Vorbereitung und bedient sich lediglich des Stilmittels. Für uns selbst war es sehr spannend, das Jahr grafisch zu rekapitulieren und hoffen, es geht den Betrachtern genauso.

Und so dramatisch und erschreckend vieles auch erscheint, wir bleiben positiv und wünschen allen einen guten Rutsch in ein neues Jahr, das für jeden persönlich hoffentlich genau das mitbringt, was er sich wünscht!

Weekly Graphic Recording #6: Tagesthemen vom 30.11.2016

Graphic Recording Tagesthemen News Designdoppel

Und wieder widmet unser wöchentliches Graphic Recording sich den aktuellen Themen der Welt, die in den Tagesthemen vom 30. November 2016 behandelt wurden. Dabei wird ein weiter Bogen gespannt: vom islamistischen Maulwurf, der beim Verfassungsschutz arbeitete und nun enttarnt wurde, über neue Details zum Terrorverdächtigen Al-Bakr und den Lufthansa-Pilotenstreik bis hin zur neuen Styropor-Verordnung und natürlich dem Wetter. Auch interessant ist die neue Serie „Was Deutschland bewegt“, in der fortan die Menschen an verschiedenen Orten zu wechselnden Themen direkt befragt werden. Die Serie beginnt mit einem Blick nach Spiegelberg, einem kleinen Dorf nahe Stuttgart, in dem die Bewohner zur Wahl der AFD und ihrer Einstellung zu Migration befragt wurden.

Hier gibt’s den ganzen Tagesthemen-Beitrag zum Anschauen.

 

Weekly Graphic Recording #5: Tagesthemen vom 22.11.2016, 22:15

Graphic Recording Tagesthemen

Dieses Weekly Graphic Recording dreht sich ganz um die aktuellen Tagesthemen. Trumps neue Agenda wird unter die Lupe genommen und dessen Auswirkung auf die deutsche Wirtschaft geprüft. Es herrscht zwar viel Verunsicherung, doch einige Branchen, darunter die Schwer- und Rüstungsindustrie oder auch einige Pharma-Unternehmen sind durchaus optimistisch. Als zweites großes Thema geht es um die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. Machen diese überhaupt noch Sinn, wenn Erdogan sich so offen gegen Europäische Werte positioniert? Soll man ein Zeichen setzen oder ist es klüger, dem Diktator damit nicht in die Hände zu spielen? Danach werfen wir einen Blick auf verschiedene Themen: dem aktuellen Pilotenstreik der Lufthansa, neuen Plänen von VW, zukunftsfähiger zu werden, der aktuelle Börsenkurs oder auch das Erdbeben in Japan. Und was natürlich am Ende einer jeden Tagesschau nicht fehlen darf: Das Wetter.

 

Wer neugierig ist, wie so ein Graphic Recording entsteht, kann sich dieses Zeitraffer Video zum aktuellen Weekly Graphic Recording anschauen:

Weekly Graphic Recording: Michelle Obama about Right and Wrong (US Wahlkampf 2016)

Michelle Obama Elections 2016 Right and Wrong Graphic Recording

Wie versprochen starten wir diese Woche mit unserem Weekly Graphic Recording, wöchentlichen Illustrationen im Graphic Recording Stil zu wechselnden Themen. Diese Woche haben wir uns für unsere Visualisierung ein besonderes Thema ausgesucht: die viel besprochene und viel gelobte US Wahlkampf Rede von Michelle Obama in New Hampshire am 13. Oktober 2016, vor wenigen Tagen also. Die First Lady hielt keine typische Wahlkampfrede für Hillary Clinton, sondern beschäftigte sich vielmehr mit den frauenfeindlichen Bemerkungen des Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Diese dürfen nicht als bedauerliche Entgleisung, einfach als weitere Schlagzeile verstanden, sondern müssen ernst genommen werden! Es gehe nicht um Politik. Es gehe um grundlegenden menschlichen Anstand. Es gehe um Richtig und Falsch („it’s about right and wrong“). Als überparteiliche moralische Instanz wird Michelle Obama sowohl von Demokraten als auch von Republikanern zugehört. Sie berichtet vom rauhen Klima im US Wahlkampf und welchen enormen Kontrast sie erlebte, nachdem sie vom International Girl’s Day inspiriert heimkehrte und plötzlich von Trumps Aussagen in die politische Realtität zurückgeholt wurde.

Unser Graphic Recording lässt die konkreteren Aspekte zum US Wahlkampf der leidenschaftlichen Rede von Michelle beiseite und widmet sich den für uns interessanteren Themen und Fragestellungen: Woran wird eine Gesellschaft gemessen? Daran, wie sie Frauen und Mädchen behandelt. Donald Trumps Politik drehe sich nur um die Macht des Stärkeren. Er glaube, mit Frauen machen zu dürfen, was immer er möchte. Er tue frauenfeindliche Zitate als „Locker room talk“ ab, der offensichtlich akzeptiert werden müsse. Und wo kommen wir hin, wenn die amerikanischen Vorbilder so denken, sprechen und handeln? Frauen fühlen sich angegriffen, anständige Männer beleidigt, Mädchen verängstigt und entwertet, Jungen in ihren Rollenbildern beeinflusst.

Das digitale Graphic Recording ist natürlich nicht live entstanden, sondern im Nachhinein auf Basis der verfügbaren Aufnahmen von uns illustriert worden. Anders als beim Livezeichnen kann man hierbei noch mehr ins Detail gehen und das Gehörte mit größerer Präzision filtern.