Welche Fähigkeiten braucht ein Graphic Recorder?

Graphic Recorder Recording Fähigkeiten

Graphic Recording ist inzwischen auch in Deutschland zu einer Visualisierungstechnik geworden, die aus dem Veranstaltungs- und Workshopkontext kaum noch wegzudenken ist. So ist es auch kein Wunder, dass immer mehr Zeichner und Illustratoren sich mit diesem speziellen Berufsfeld auseinandersetzen und überlegen, als freiberuflicher Graphic Recorder zu arbeiten. Was aber sind die nötigen Grundvoraussetzungen? Welche Fähigkeiten muss ein Graphic Recorder mitbringen, auf welche Gegebenheiten sich einstellen? Um diese Fragen zu beantworten, haben wir hier die wichtigsten Graphic Recording Fähigkeiten zusammengefasst.

1) Die Grundlagen: Bild, Schrift, Sprache

Als Allererstes sollte man natürlich zeichnen können. Dabei hilft einem allerdings detailverliebter Realismus beim Livezeichnen wenig weiter, entscheidender ist das schnelle zeichnerische Umsetzen erkennbarer Figuren, Objekte und Situationen. Jeden Perfektionismus sollte man dabei über Bord werfen können – sicherlich könnte man mit mehr Zeit und Aufwand „schönere“ Bilder zeichnen, aber darum geht es beim Graphic Recording eben gerade nicht. Neben dem Zeichnen von Bildelementen ist auch das Hinzufügen von Schrift und Textelementen ein wichtiger Baustein des visuellen Protokollierens. Das bedeutet, dass eine schnelle und saubere Handschrift beherrscht werden sollte, die auch für Außenstehende gut lesbar ist. Auch die richtige Rechtschreibung sollte am besten keine Schweißausbrüche auslösen, sondern sicher sitzen.

Da man als Graphic Recorder sehr häufig mit international ausgerichteten Unternehmen zu tun hat, ist es von großem Vorteil, der englischen Sprache mächtig zu sein – selbst bei Workshops, die im deutschen Raum stattfinden. Für internationale Aufträge ist natürlich auch jede andere Sprache ein Pluspunkt.

2) Talente für die konkrete Umsetzung

Während des Graphic Recordings ist dann auch ein gewisses Multitasking erforderlich. Man muss dem Vortrag (bzw. der Gruppendiskussion) aufmerksam und fokussiert zuhören, diesen nach Kernaussagen filtern und parallel im Kopf entsprechende Bilder entwickeln. Diese sollten dann inklusive der entsprechenden Schlagworte möglichst schnell aufs Papier (oder Tablet) gebracht werden, während man aber weiter dem Vortrag lauscht und weitere Motive plant. Es ist dabei sehr hilfreich, eine Art Bildlexikon im Kopf zu haben, dass für wiederkehrende Begrifflichkeiten bereits Motive und Metaphern bereithält. Zudem ist eine gute Allgemeinbildung nützlich und mithilfe eines ausgeprägten Abstraktionsvermögens lassen sich Zusammenhänge schneller bildlich erfassen. Wer außerdem Neugier und Interesse für fremde Fachthemen mitbringt, wird viel Freude daran haben, bei jeder Veranstaltung etwas Neues lernen zu können.

3) Das Auftreten als Graphic Recorder

Als Graphic Recorder wird man nicht nur für sein Zeichentalent gebucht, auch die menschliche Komponente spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Da sowohl in der Vorebereitung als auch während der Veranstaltungen viel be- und gesprochen wird, ist eine klare und freundliche Kommunikation sehr wichtig. Man sollte Absprachen machen und einhalten können und unbedingt pünktlich und zuverlässig sein. Selbst bei guten visuellen Ergebnissen wird der Kunde einen unzuverlässigen oder unsympathischen Graphic Recorder sicherlich nicht erneut buchen oder weiterempfehlen. Ein selbstbewusstes Auftreten gibt dem Kunden zudem das Gefühl, dass er es mit einem kompetenten Partner zu tun hat.

Trotz guter Absprachen sind Veranstaltungen meist komplex und nicht selten kommt es zu Verschiebungen und Planänderungen. Eine gewisse Flexibilität und Stressresistenz sind also unbedingt erforderlich. Desweiteren ist das Livezeichnen vor manchmal Hunderten von Führungskräften nichts für schwache Nerven. Es ist gut, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und mit Nervenstärke auch auf stressige Situationen zu reagieren.

Als Letztes ist noch zu erwähnen, dass der Beruf des Graphic Recorders zumeist nicht ortsgebunden ist, man also sehr häufig für Veranstaltungen außerhalb des eigenen Standortes gebucht wird. Reisebereitschaft für einen, manchmal auch mehrere Tage, ist demnach ebenfalls ein wichtiger Aspekt.

Man sieht an dieser Auflistung, dass die Arbeit als Graphic Recorder alles andere als anspruchslos ist. Wenn man aber bestimmte Fähigkeiten mitbringt und bereit ist, sich die anderen anzueignen, ist es ein wirklich ausgesprochen spannender und vielseitiger Job, bei dem man viel herumkommt, mit zahlreichen Unternehmen und Menschen aus allen Branchen zu tun hat, sich als Person weiterentwickelt und immer Neues lernt.

– von Renate –

Weekly Graphic Recording #46 – Ada Lovelace

Ada Lovelace Graphic Recording

 

In den letzten Wochen war leider wenig Zeit für unsere Weekly Graphic Recordings. Nun habe ich aber doch mal wieder eins geschafft. Dieses Mal geht es um die erste Programmiererin der Welt, Ada Lovelace. Sie schrieb das erste Computerprogramm, noch bevor Computer überhaupt existierten. Auf Basis der von Charles Babbage entworfenen „Analytical Engine“, die zu seinen und Adas Lebzeiten nicht gebaut werden konnte, schrieb sie ein Programm, das Bernoulli-Zahlen berechnen sollte. Heute gibt es eine nach ihr benannte Programmiersprache, sowie zahlreiche Initiativen und Preise die die Beteiligung von Frauen in der Informatik fördern und auszeichnen. Übrigens war vor kurzem erst der Ada Lovelace Day am 10. Oktober.

-von Anna-

Weekly Graphic Recording#45: How I’m Fighting Bias in Algorithms

How to fight Algorithmic Bias Weekly Graphic Recording

Diese Woche geht es um einen TED-Vortrag, von Joy Buolamwini, der sich mit dem Thema befasst, wie voreingenommen Algorithmen gegenüber Menschen sind, die nicht dem Durchschnittseuropäer entsprechen. Schon als Studentin fiel ihr auf, dass Gesichtserkennungssoftware Probleme damit hatte ihr Gesicht zu erkennen – sie musste erst eine weiße Maske aufsetzen, bevor sie mit dem Algorithmus arbeiten konnte. In ihrem spannenden Vortrag erläutert sie, warum Algorithmen derart selektiv wirken, wie daraus Diskriminierung entsteht und wie man diesem Phänomen, dem „Coded gaze“ , den Kampf ansagt.

 

– von Anna –

Weekly Graphic Recording #44: Open Blues Event Illustration

Graphic Recording Event Illustration Open Blues Dancing

Die heutige Illustration, die ich mit euch teilen möchte, ist eine etwas andere Art der Event Visualisierung: Statt sich mit inhaltlichen Themen zu beschäftigen, wie es ein normales Graphic Recording tut, versucht diese Illustration die Stimmung während einer mehrtägigen Veranstaltung aufzunehmen und einzelne Details der Ereignisse, der Menschen, der Lokalität und Gegenstände in komplexen Überlagerungen abzubilden. Sie zeichnet ein persönliches Erinnerungsbild und wird von den Teilnehmern gern weiterverwendet.

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Weekly Graphic Recording #41: Die Value Chain/ Wertschöpfungskette

 Graphic Recording digital Wertschöpfungskette Value Chain

Die Wertschöpfungskette oder auch Value Chain ist Thema dieser Illustration im Graphic Recording Stil. Hier wird verbildlicht, welche Schritte vor und nach dem Kauf eines Produktes ablaufen. Mit der Entwicklung des Produkts durch Ingenieure und Designer über den Einkauf von Rohstoffen zur eigentlichen Produktion sind bereits wichtige Schritte getan. Es folgt das Marketing, das im Idealfall zum Kauf führt. Doch auch nach dem Kauf muss der Kunde weiter betreut werden und kann einen gewissen Service erwarten.

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Weekly Graphic Recording #40: Hamburg ist die lebenswerteste Stadt Deutschlands

Hamburg Illustration Designdoppel Visualisierung lebenswerteste

Meine Graphic Recording Illustration dieser Woche bezieht sich wieder auf ein aktuelles Thema. Gestern habe ich als Hamburgerin mich nämlich über diese Nachricht besonders gefreut: Hamburg wurde zum zweiten Jahr in Folge unter die Top Ten der lebenswertesten Metropolen der Welt gewählt! Zwar „nur“ auf dem zehnten Platz, dennoch ist es damit als einzige deutsche Stadt in der obersten Riege des „Global Liveability Reports 2017“ im britischen Magazin „The Economist“ aufgezählt. Die Studie prüft jedes Jahr 140 Weltstädte und gibt in verschiedenen Kategorien Punkte.

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Weekly Graphic Recording #38: Digitalisierung und Grundeinkommen

Graphic Recording Digital Precht Digitalisierung und Grundeinkom

Heute habe ich mir für das wöchentliche Graphic Recording ein Gespräch aus der Reihe „Im Dialog“ auf dem Sender phoenix ausgesucht, bei dem prominente Gäste den Moderatoren zu aktuellen Fragen Rede und Antwort stehen. Moderator Michael Hirz spricht in dieser Folge vom 18.05.2017 mit dem Bestseller-Autoren und Philosophen Richard David Precht über die Digitalisierung, wie sie die Gesellschaft drastisch verändert und wie die Politik damit umgeht und umgehen sollte.

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Weekly Graphic Recording #37: The first 20 hours

Graphic Recording digital Josh Kaufmann 20 hours learning

Eine neue Fähigkeit in 20 Stunden erlernen. Klingt reißerisch? Schlicht unmöglich? Josh Kaufmann räumt in seinem TED-Talk mit einigen Annahmen auf, die wir über das Lernen zu wissen glauben. Die 10.000 Stunden Regel beispielsweise. Sie besagt, dass wir, um eine Sache zu beherrschen, 10.000 Stunden ins Üben und Wiederholen investieren müssen.

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Weekly Graphic Recording #36: How to Find a Wonderful Idea

Graphic Recording digital idea illustration TED OK Go Sketchnote

Diese Woche habe ich mich für mein digitales Graphic Recording mit Kreativtechniken beschäftigt und wie so häufig einen interessanten Vortrag auf TED gefunden. In diesem Vortrag spricht diesmal kein typischer Redner, sondern die Musikband OK Go zum Publikum. Warum? Die amerikanische Rockband OK Go wurde vor allem durch ihre kreativen Musikvideos bekannt, in denen die Bandmitglieder zum Beispiel bei Schwerelosigkeit mit bunten Bällen in einem Raum herumspringen, auf Laufbändern choreografierte Tänze in Plansequenzen zeigen oder mit komplexen Abfolgen von Rube-Goldberg-Maschinen (ebenfalls als One-Shot) arbeiten.

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Weekly Graphic Recording #34: Customer Journey

Customer Journey Illustration Designdoppel Graphic Recording

Ein weiteres Bild aus unserer Reihe Wirtschafts- und Marketingbegriffe: Diese Woche habe ich mir das Thema Customer Journey vorgeknöpft. Dieses, in der Marketing-Welt weit verbreitete Modell, verbildlicht die Stadien, die ein Kunde im Idealfall durchläuft. Zunächst muss ein Produkt erst einmal im Bewusstsein des Kunden angelangt sein (Awareness), bevor er überhaupt seine Anschaffung in Betracht ziehen wird (Consideration). Anschließend wird das Produkt erworben (Purchase). Doch damit ist der Customer Journey noch nicht an seinem Ende angelangt – es folgt im Idealfall die Kundenbindung an das Produkt (Retention), sowie die Weiterempfehlung (Advocacy). Jedem dieser Überpunkte kann man im weiteren Schritt Touchpoints zuordnen, über die der Kunde erreicht werden soll.

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Weekly Graphic Recording #33: Ja zur Ehe für Alle

Ja zur Ehe für alle 2017 Graphic Recording Infografik Illustrat

Heute gibt es ein Graphic Recording Illustration zu einem brandaktuellen Thema: der heutigen historischen Bundestagsabstimmung über die Ehe für alle. 2001 erst wurde in der Bundesrepublik Deutschland homosexuellen Paaren das Recht gegeben, eine Lebenspartnerschaft einzutragen. Damit waren sie zwar der Ehe in Punkten wie Testament, Unterhaltspflicht und Ehegattensplitting gleichgestellt, dennoch blieben einige Punkte wie zum Beispiel das Adoptionsrecht verwehrt. Nun endlich wurde mit überzeugender Mehrheit beschlossen, dass in Zukunft kein Unterschied mehr zwischen hetero- und homosexuellen Paaren gemacht wird.

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Weekly Graphic Recording #32: Die Sommersonnenwende

Sommersonnenwende Sonnenwende Illustration Infografik

Die Sommersonnenwende – eines dieser Ereignisse, die jedes Jahr aufs Neue wiederkehren, die man wahrnimmt und wenig hinterfragt, weil man im Groben ja weiß, worum es geht. Aber halt, wissen wir das wirklich immer so genau, wie wir denken? Ich selbst habe mich zumindest dieses Jahr wieder gefragt, wie das denn noch einmal war mit der Erde, der Sonneneinstrahlung, dem längsten Tag, dem Sommeranfang. Und um diese Informationen für mich festzuhalten und zugleich mit anderen teilen zu können, habe ich eine kleine Infografik zur Sommersonnenwende erstellt.

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Weekly Graphic Recording #31: Methode 635

Methode 635 Illustration Designdoppel Graphic Recording

In dieser Woche geht es im Weekly Graphic Recording um die Methode 635. Dabei handelt es sich um eine beliebte Kreativitätstechnik, mit Hilfe derer die Teilnehmer eines Workshops oder Meetings schnell und unklompliziert eine Vielzahl an Ideen entwickeln sollen. Der Ablauf der Methode 635 ist kurz in meinem Graphic Recording angerissen: sechs Teilnehmer entwerfen drei Ideen, die dann in fünf zeitlich festgelegten Runden an die anderen Teilnehmer weitergereicht werden, die sich diese Ideen anschauen, und darauf aufbauend eigene Ideen entwerfen oder die vorgegebenen Ideen weiterentwickeln.

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Weekly Graphic Recording #29: The Future we’re Building …and Boring | Elon Musk

Elon Musk The Future we're building and boring Graphic Recording Illustration

In diesem Graphic Recording geht es um einen interessanten TED-Talk mit Elon Musk, dem bekannten Unternehmer und Investor, der unter anderem Firmen wie Tesla, Paypal und SpaceX mitgegründet oder in sie investiert hat. Im Vortrag entwirft er eine spannende Zukunftsvision in der einige Probleme unserer Zeit gelöst sind. Der unersättliche Energiebedarf wird durch hundert seiner großen Gigafactories gedeckt, die ausschließlich Solarenergie nutzen.

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